Eine Reitbeteiligung bietet viele Vorteile, sowohl für die Besitzerin des Pferdes, wie auch für die Beteiligung: geteilte Kosten, geteilte Verantwortung, neue Freunde und Austausch unter Gleichgesinnten. Leider gibt es aber auch hin und wieder abschreckende Geschichten über Reitbeteiligungen, die sich als absoluter Flop herausgestellt haben. Damit dir das nicht passiert, findest Du hier die besten Reitbeteiligung Tipps: Wie Du eine tolle Reitbeteiligung findest, was Du checken solltest und welche Fragen Du rund um die Reitbeteiligung stellen solltest.

 

Eine tolle Reitbeteiligung finden – so geht’s!

Reitbeteiligungen gibt es viele. Doch damit Du nicht nur irgendeine Reitbeteiligung, sondern eine richtig gute findest, solltest Du dir ein bisschen Mühe bei der Auswahl geben und genug Zeit in das gegenseitige Kennenlernen investieren. Damit Du weisst, auf was Du achten solltest, haben wir hier die wichtigsten Punkte für dich festgehalten. Diese Dinge solltest Du bei euren Treffen auf jeden Fall checken:

Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen

Diesen Punkt solltest Du idealerweise schon vor der Suche geklärt haben. Bist Du wirklich bereit dafür, die Verantwortung für ein Pferd zu übernehmen? Zwar ist dieser Schritt nicht ganz so gross, wie ein eigenes Pferd, aber wird dir doch einiges an Verpflichtungen abverlangen. Du solltest also bereit sein, bei Wind und Wetter in den Stall zu kommen, deine Reitzeiten einzuhalten und dich liebevoll um ein anderes Lebewesen zu kümmern, auch wenn dir vielleicht mal nicht danach ist. Dann ist eine Reitbeteiligung aber eine wunderbare Sache und für manche sogar der erste Schritt zu einem eigenen Pferd.

Zahl der Reitbeteiligungen

Manche Besitzer sind auf Reitbeteiligungen angewiesen, da sie sonst die Kosten für das Pferd nicht decken können. Das führt oft dazu, dass gleich mehrere verschiedene Reitbeteiligungen angenommen werden oder die Auswahl nicht gründlich genug erfolgt. Das ist weder für das Pferd toll, noch für dich. Denn jeder wird andere Ansichten haben und anders mit dem Pferd trainieren, was zu Verwirrung führen kann. Ausserdem ist die Koordination von Zeiten und Terminen dann sehr schwierig. Insgesamt sollten nicht mehr als 3 Personen für das Pferd zuständig sein.

Ausbildung des Pferdes

Junge Pferde sollten bereits die Basisausbildung abgeschlossen haben und einen ausbalancierten Charakter haben, bevor sie für eine Reitbeteiligung in Frage kommen. Egal, wie fortgeschritten Du bereits bist, ein paar Stunden Reitunterricht mit dem neuen Pferd sind auf jeden Fall zu empfehlen. So kannst Du dich als Reiter auch wieder weiterentwickeln.

Stallordnung

Auch als Reitbeteiligung musst Du dich natürlich an die jeweilige Stallordnung halten. Am besten checkst ihr diese zu Beginn gemeinsam. So kannst Du Fragen stellen, falls Du welche hast und die Besitzerin kann dir ein bisschen Insiderwissen aus dem Stall weitergeben.

Zuverlässigkeit, Ehrlichkeit, Sympathie

Natürlich solltet ihr beide euch gegenseitig vertrauen und aufeinander verlassen können. Nur so könnt ihr euch optimal gemeinsam um ein Pferd kümmern. Dafür ist es wichtig, dass ihr euch auf euer Bauchgefühl verlasst. Seid ihr euch nicht sympathisch und habt nicht das Gefühl, ehrlich miteinander reden zu können, wird eine Reitbeteiligung wahrscheinlich eher weniger Sinn machen. Denn im Idealfall entwickelt sich sogar eine tolle Freundschaft aus der Reitbeteiligung.

 

Die 11 wichtigsten Fragen an den Pferdehalter

Hast Du eine potenzielle Reitbeteiligung gefunden, solltest Du bei euren ersten Treffen viele Fragen stellen. Hier haben wir eine Liste mit Fragen für dich, damit Du an alles denkst:

Welches Verhalten ist typisch für dein Pferd?

Frage die Besitzerin nach typischen Verhaltensweisen und nach dem Charakter des Pferdes. Erzählt sie nur Gutes, hake nochmal genauer nach und frage nach Unarten und Macken. So wirst Du nicht von bösen Überraschungen überfordert, sondern kannst dich gleich auf eventuell schwierige Situationen einstellen. Hat ein Pferd Eigenarten, spricht das im Normalfall auch nicht gegen eine Reitbeteiligung. Denn schliesslich hat ja jeder kleine Fehler und einen ganz eigenen Charakter. Manchmal sind es ja gerade diese kleinen Eigenarten, die wir liebgewinnen und die unseren Vierbeiner so besonders machen. Aber so kannst Du besser einschätzen, ob Du mit diesen Macken umgehen kannst und Du weisst, was dich erwartet.

 

Welche Aufgaben soll ich wann und wie oft übernehmen?

Jeder hat andere Erwartungen an eine Reitbeteiligung. Daher solltet ihr am Anfang offen klären, welche Aufgaben von wem übernommen werden und vor allem wie oft. Sollst und willst Du Stallarbeit übernehmen, das Pferd füttern, dich um die Ausrüstung kümmern,… Das alles sind wichtige Punkte, die ihr klären solltet.

 

Darf ich auch ausserhalb der Halle im freien Gelände reiten?

Für viele Besitzer ist es selbstverständlich, dass Du mit dem Pferd auch Ausreiten oder spazieren gehst oder Bodenarbeit machst. Manche wollen das aber nicht. Um ganz sicher zu gehen, solltest Du also einmal nachfragen.

 

Darf ich mit dem Pferd springen?

Auch das solltest Du zu Beginn mit der Besitzerin abklären, da das Pferd vielleicht schon älter ist oder gesundheitliche Probleme hat, die es am Springen hindern. So weisst Du Bescheid und schadest dem Pferd nicht.

 

Welche Reitlehrer kannst du empfehlen?

Mit einem neuen Pferd ist etwas Reitunterricht immer sinnvoll und die Besitzerin wird das wahrscheinlich gerne sehen. Möchtest Du also ein paar Stunden nehmen und bist auf einer neuen Anlage, kannst Du die Besitzerin nach Empfehlungen fragen. So findest Du einfach und schnell einen guten Reitlehrer.

 

Wo ist was auf dem Hof?

Lass dir zu Beginn eine Hofführung geben, falls Du neu im Stall bist. Denn so findest Du dich gleich zurecht und weisst, wo Weide und Paddock sind, solltest Du das Pferd mal nicht in seiner Box finden. Frage am besten auch nach den Weide- und Paddockzeiten, dann kannst Du gleich am richtigen Platz suchen. 😉

 

Kann ich meine eigene Ausrüstung benutzen?

Reitest Du schon länger, hast Du wahrscheinlich auch eigene Ausrüstungsgegenstände. Möchtest Du diese gerne benutzen, frage am besten kurz nach und zeige der Besitzerin deine Ausrüstung, wie Putzzeug und Reitdecke.

 

Warum möchtest du eine Reitbeteiligung haben?

Diese Frage ist zwar sehr persönlich, aber wichtig für dich. Denn nur so weisst Du, was von dir erwartet wird.

 

Wie lange braucht dein Pferd zum Aufwärmen und Abwärmen?

Jedes Pferd braucht unterschiedlich lange zum Auf- und Abwärmen. Vielleicht hat die Besitzerin auch eine ganz eigene Auffassung dazu. Daher ist es gut, vorher eine typische Reitstunde der Besitzerin durchzusprechen und dich daran zu orientieren.

 

Wie oft soll ich reiten?

Mit dieser Frage findest Du raus, ob Du zu jeder deiner „Stallzeiten“ reiten sollst oder ob Du auch einfach mal nur spazieren gehen kannst.

 

Kann ich auch öfter kommen?

Manche Besitzer-Reitbeteiligungspaare halten sich strikt an ihre Zeiten, bei anderen ist es flexibler. Frage nach, ob Du auch öfter kommen darfst, wenn Du z. B. frei oder Urlaub hast oder ob das nicht erwünscht ist.

 

Brauche ich für die Reitbeteiligung einen Vertrag?

Für eine Reitbeteiligung solltest Du einen Vertrag machen. Dieser hilft euch beiden und gibt Sicherheit und Klarheit. Viele hilfreiche Tipps zu einem Reitbeteiligung Vertrag findest Du in unserem Blogbeitrag Reitbeteiliung – worauf Du unbedingt achten solltest Hier findest Du auch weitere Tipps rund um das Thema Versicherung.

Was kostet eine Reitbeteiligung?

Die Preise für Reitbeteiligungen variieren stark. Je nach Grösse des Stalls, nach Region, nach Pferd und nach Umfang und Art deiner Aufgaben kann von kostenlos (im Tausch für Futter etc. und deine Arbeit) bis hin zu 300 CHF oder mehr im Monat alles dabei sein.

Was darf unserer Meinung nach eine Reitbeteiligung kosten? Um 200 CHF sind bei uns die durchschnittlichen Kosten für eine Reitbeteiligung. Je nach Umfang ist mehr oder weniger natürlich auch völlig gerechtfertigt. Am besten klärst Du die Kosten für die Reitbeteiligung noch einmal mit der Besitzerin ab. Oft kannst Du auch mit Gegenleistungen, wie mehr übernommene Aufgaben oder Naturalien, noch etwas an den Kosten machen.

Das war es schon mit unseren Tipps für die optimale Reitbeteiligung. So findest Du schnell ein tolles Pferd und hast alles abgeklärt. Viel Spass beim Reiten!