Heute haben wir einen ganz besonderen Beitrag für dich, in dem Du dich und deine Stallkollegen wahrscheinlich mit etwas Selbstironie wiedererkennen wirst 😉 Beim Thema Pferde Putzen hat wirklich jeder seinen ganz eignen Stil. Von der Hochglanzpolierung bis zum kaum den Schwamm berühren reichen hier die verschiedenen Putzstile. Obwohl sich im Nachhinein wahrscheinlich jeder dieser Putztypen fragt, warum man es überhaupt getan hat. Denn kaum ist das Pferd wieder auf der Weide oder im Paddock, kann es gefühlt gar nicht warten, uns zu ärgern und sich ausgiebig in der nächsten Matschpfütze zu suhlen. Schon ist die akribische (oder eben auch eher auf das Nötigste reduzierte) Arbeit wieder dahin… Doch ganz um das Putzen des Pferdes kommt man einfach nicht drumherum. Hier präsentieren wir dir also fünf verschiedene Pferdeputztypen, die wahrscheinlich jeder Reiter kennt. Na, welcher davon bist Du?

 

1. Der Routinemensch mit Tradition

Echtholz, Markennamen und schlichte Designs: Der Routinemensch liebt Altbewährtes und ist durch Nichts von seinen Traditionen abzubringen. Als konservativer Putztyp hält er nichts von Trends und Glitzerdesigns, sondern bleibt bei dem, was immer schon gemacht wurde. Dabei legt er auch sehr viel Wert auf Qualität und steht auf antike Putzboxen. Mit Innovationen können Marken ihn nicht begeistern, da er eh schon eine festgelegte Putzroutine hat. Und diese würde er niemals aufgeben. Das kann zum Beispiel so aussehen: Striegeln, Kardätsche, Wurzelbürste, Hufe auskratzen und dann mit dem Lammfell-Handschuh die empfindlichen Stellen bearbeiten.

2. Der Trendbewusste mit Stil

Du wunderst dich oft, was es so alles für Produkte für Pferde und Reiter gibt? Der Trendbewusste weiss darüber bestens Bescheid und bringt dich gerne auf den neuesten Stand. Meist bekommt der Trendbewusste seine Inspirationen aus Social Media. Special Editions, Hypes aus fernen Ländern und vielversprechende Pflegeprodukte können den Trendbewussten so richtig begeistern. So testet er gerne alles, was gerade angesagt ist und kennt sich auch mit Dingen, wie Huföl, Maulbutter und Fellsprays für mehr Glanz und Pflege aus. Dieser Typ kauft gerne Neues und hat so schon auch den ein oder anderen Reinfall entdeckt. Die magische Pferdebürste zum Beispiel, die dann doch nur einmal Kämmen ausgehalten hat und das Pferd danach auch doch nicht geschimmert hat wie ein Einhorn…

Je nach eigenem Putzstil nennt man diesen Typ auch das Werbeopfer. Einen grossen Vorteil hat der Trendbewusste für den ganzen Stall: Kaum gibt es etwas Neues, dass er unbedingt haben muss, verteilt er meistens die ausgedienten Artikel an andere im Stall. So kommst Du auch (endlich) zu deinem Pferdeputzset im Einhorn Design. Denn wahrscheinlich sind Flamingos dann einfach angesagter.

3. Der Gelassene mit Matschkruste

Den Gelassenen erkennt man meist an seinem lockeren Gang und seiner lässigen Ausstrahlung. Während Stallkollegen schon eifrig am Putzen und Satteln sind, ist er noch nicht einmal im Stall. Erst kurz vor der Reitstunde taucht er pfeifend auf und wo andere in Stress verfallen würden, kratzt er nur kurz die Hufe aus und befreit grob das Gesicht des Pferdes und die Sattellage von Schmutz. Das war es dann auch schon und so steht er pünktlich zur Reitstunde in der Halle. Das Stroh im Schweif des Pferdes und in den eigenen Haaren stört den Gelassenen dabei herzlich wenig. Auch die Matschkruste am Pferdebauch ist für ihn kein Grund, die Putzaktion demnächst weiter auszudehnen. Manche würden diesen Typ auch den Faulen nennen, aber in Wirklichkeit beneiden wir seine Gelassenheit doch auch irgendwie und hätten auch gerne eine Spur mehr von davon.

4. Der Ganzjahres-Deckenliebhaber

Dieser Typ ist eng verwandt mit dem Gelassenen und wird ebenfalls oft von Stallgenossen als faul angesehen. Putzen ist dem Deckenliebhaber fremd. Dieser Typ beugt gerne vor und findet sich damit besonders clever. Denn wenn sein Pferd gar nicht erst dreckig wird, muss er es auch nicht putzen. Deswegen deckt er seinen vierbeinigen Freund das ganze Jahr über ein, egal wie warm es ist. So bleiben die grössten Stellen immer schön sauber. Er ist auch der Einzige, der ganz cool bleibt, wenn sich das Pferd im Dreck suhlt. Durch die Decke kann ihm das ja schliesslich nicht viel anhaben und der Deckenliebhaber muss immer noch nicht mit dem Schwamm in Kontakt kommen. Fragt man ihn, warum er das Pferd immer eindeckt, würde er seine Unlust zum Putzen jedoch niemals zugeben. Er macht schliesslich alles nur zum Wohle des Pferdes, da ihm so nicht kalt wird und es vor Fliegen geschützt ist.

5. Das Wandelnde Pferde-Spa

Dieser Typ ist ein wahrer Perfektionist. Das wandelnde Spa liebt es, Zeit neben seinem Pferd und nicht nur darauf zu verbringen. Oft ist das auch das Einzige, was dieser Typ im Stall macht, da die Pferdeputzroutine so umfangreich ist und dann keine Zeit mehr zum Reiten bleibt. Die Grundreinigung ist für das wandelnde Spa nur das Warm-Up. Nach dem Striegeln, Hufe auskratzen und Abbürsten geht es für ihn erst richtig los. Das Pferd wird mit speziellen Massagetechniken, die das wandelnde Spa in einem Kurs gelernt hat, shampooniert und gründlich abgebraust. Schweif und Mähne werden dabei natürlich separat gewaschen und gepflegt. Danach geht es für das Pferd ins Solarium, damit es richtig schön trocknet und Schweif und Mähne besser weiterbehandelt werden können. Kunstvolle Frisuren werden dann in die Mähne eingeflochten und der Schweif handverlesen. Ist dieser Vorgang beendet, funkelt und glänzt das Pferd zugegebenermassen wie aus einem Magazin. Zeit für’s Reiten ist dann halt nicht mehr.

Dieser Beitrag dient natürlich nicht als perfekte Putzanleitung, sondern soll mit einem Augenzwinkern die verschiedenen Putztypen beschreiben. Am Ende musst Du für dich selbst entscheiden, wie ausführlich Du die Putzroutine für dein Pferd gestalten möchtest und das ist eben ganz unterschiedlich. Kennst Du noch einen Pferdeputz Typen? Beschreibe ihn uns doch in den Kommentaren.